Ein Gespräch im Hause Stein |
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Ein Gespräch im Hause Steinüber den abwesenden Herrn von GoetheIn ihrer Paraderolle: Ilona Knobbe als “Frau von Stein” “Er war ein Lump, ich erzog ihn, jetzt haben wir einen erzogenen Lumpen: ein Genie.” – Charlotte von Stein In Peter Hacks’ unterhaltsamem Monodrama bereitet sich Charlotte von Stein mit ihrem (als Puppe anwesenden) Gatten darauf vor, von Goethe einen Heiratsantrag zu bekommen. Der halb dokumentarische, halb frei dichtende Bericht der von Stein über Goethes Aufenthalt am Weimarer Hof eröffnet einen amüsant-nachdenklichen Zugang zu den weniger bekannten Seiten der Persönlichkeit des deutschen Nationaldichters. Charlotte von Stein, eine gebildete Dame aus der Weimarer Hofgesellschaft, war für Goethe eine wichtige Gesprächspartnerin – und nicht nur das. Eine Reihe schöner Gedichte ist Zeugnis seiner Liebe zur Frau von Stein, die ihn bildete wie niemand sonst, ihn anzog, abwies und ihm ungewollt die Flucht vom Weimarer Hof nach Italien nahelegte. Seiner Römischen Reise verdankte Goethe seine künstlerische “Wiedergeburt”. “Und so, wie der große Schöpfer aus Ton und Lehm ein Ebenbild formte und ihn Odem einhauchte, so ging auch unser Genieschöpfer aus Weimar zu Werke, dichtete sich hinter den Wolken seiner Fantasie ein weibliches Ebenbild, das der Frau glich, die er sich ersehnt und die er just brauchte, haucht’ ihr dichterischen Oden ein, und bald begann diese Gestalt die Züge Charlottes anzunehmen und CharIotte den Zügen dieser erdichteten Gestalt ähnlich und ähnlicher zu werden. Sie glich dem Bild, das er begriff, nicht sich. Und so durchdrangen sich Ideal und Wirklichkeit, mischten sich Realität und Fantasie auf die wunderlichste Weise. Ich liebte eine ganz andere Charlotte, die er nich kannte, und er kannte eine in Gänze verschiedene Lotte, die ich nicht liebte. Das ist der Schlüssel zum Ganzen – und sonst war nichts. Es war der Schattenriss einer Liebe, die Silhouette einer Liebsten, das Spiegelbild eines Liebhabers, der Scherenschnitt einer Dreiecksgeschichte.” Josias von Stein, in Klaus Todyka: “Mann von Stein, der Dritte im Bunde”  
  Hacks’ Stück setzt nach Goethes Verschwinden aus Weimar ein. Charlotte von Stein gilt vor der Hofgesellschaft als schuldig an dem unschätzbaren Verlust, den Weimar durch Goethes Weggang erleidet. Sie ergreift die Gelegenheit, um ihre eigene Version von den Ereignissen zu entwerfen – während sie mit der Post aus Italien Goethes Antrag erwartet.   Die nächsten Vorstellungen (im Kurtheater Bad Schmiedeberg) sind am:
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